03.11.2015 14:55 Alter: 2 yrs
Von: Kerstin Seidel

Wanted! - Job sucht Fachkraft

Jeder kennt das Thema! Die Fachkraft sagt Ausbeute, der Unternehmer maßlose Ansprüche! Und es bleibt schwierig...


Die Arbeitslosenzahlen sind niedrig. Unternehmen fällt es immer schwerer gerade in bestimmten Regionen und bei bestimmten Berufsgruppen, freie Stellen neu zu besetzten. Das bestätigten im letzten Jahr 40% aller Unternehmen, die Prognosen für 2015 liegen bereits bei 46% (Studie Manpower Group, 2015). Das Problem wird sich in den nächsten Jahren weiter verschärfen. Gut für Recruiter, schlecht für Unternehmen.

Und nicht genug, die Generation, die auf den Arbeitsmarkt strömt, lässt, glaubt man den Aussagen vieler Arbeitgeber, auch in puncto Qualität zu wünschen übrig. Ja, die neue Generation hat andere Vorstellungen vom Berufsleben und von Unternehmenskultur. Aber sie ist, laut Aussage prägnanter Studien, die bestausgebildetste und zielstrebigste Generation seit Langem.

Längst hat sich die reine Arbeitnehmerbewerbung in eine Arbeitnehmer-Arbeitgeber- Bewerbung gewandelt. Nur, wenn Sie sich als Unternehmen attraktiv auf dem Arbeitsmarkt präsentieren, werden Sie in Zukunft auch die geeigneten Bewerber anziehen. Doch zu versuchen, das Blaue vom Himmel zu lügen, wird in Zeiten grenzenloser Kommunikation schnell auffliegen. Employer Branding ist wichtig wie nie zuvor. Die Unternehmen müssen Ihre Kommunikation exakt auf Ihre Bewerber-Zielgruppe abstimmen. Identifizieren – Verstehen – Aufmerksamkeit erzeugen. Die perfekte Spielwiese für Neuromarketing.

Kommunikation hat bekanntlich zwei Richtungen. Vom Sender der Botschaft zum Empfänger und zurück. Deshalb:

Investieren Sie in Außenkommunikation.

Investieren Sie in interne Kommunikation.

Halten Sie Ihre Unternehmenskultur hoch. Nehmen Sie Mitarbeiter ernst, nicht nur als Arbeitskräfte sondern als Menschen. Schaffen Sie Bedingungen für sinnvolle Arbeit. Pflegen Sie einen empathischen Führungsstil. Ermöglichen Sie neue Karrierewege, insbesondere für Frauen mit Kindern. All diese Botschaften werden in die Welt getragen. Und genau das will die neue Generation. Transparenz. Sinn statt Staus.

Wir erleben gerade die digitale Revolution. Digitalisierung wird unumgänglich. So sollte schon jetzt begonnen werden, deren Möglichkeiten im Auge zu behalten, über zum Beispiel Jobrotation nachzudenken und virtuelle Teambildung. Richtige Mischverhältnisse müssen geschaffen werden, um stabil weiter am Markt zu bestehen. Um nicht trotz eines guten Angebotes, Marktanteile wegen fehlender Fachkräfte zu verlieren.  

Nur wer versteht, dass es nicht um Luxusprobleme einer verwöhnten Arbeitnehmergeneration geht sondern den Wandel unserer Arbeitskultur, wird auch in Zukunft für Arbeitskräfte interessant sein.